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	<title>Timeline-Transfer &#187; Samba</title>
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		<title>Rosa Passos &#8211; fliessend brasilianisch</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 13:37:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine echte Baiana, eine Frau aus Salvador, dort 1952 geboren, saß als Kind schon am Klavier und durfte mit 15 auch im Fernsehen spielen. Mit 20 gewann sie ihren ersten größeren Festivalpreis. Brasilianisches Urgestein wie Dorival Caymmi, Jaõ Gilberto und der Film Orfeo Negro von 1959 gaben ihr die weitere Orientierung: sie wechselte zu Gitarre [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine echte Baiana, eine Frau aus Salvador, dort 1952 geboren, saß als Kind schon am Klavier und durfte mit 15 auch im Fernsehen spielen. Mit 20 gewann sie ihren ersten größeren Festivalpreis. Brasilianisches Urgestein wie Dorival Caymmi, Jaõ Gilberto und der Film Orfeo Negro von 1959 gaben ihr die weitere Orientierung: sie wechselte zu Gitarre und Gesang. Samba und Bossa Nova fließen organisch dahin. Es ist diese Kunst, einfach nur Samba und Bossa Nova zu singen und zu spielen, ohne spektakuläre Höhen und Tiefen, und die magische Wirkung dieser Musik zur Geltung zu bringen. Weibliches Gegenstück zu Jaõ Gilberto wird sie genannt. Nicht nötig, sie entfaltet die Wirkung auf ihre Art.</p>
<p>Ein Blick auf ihre Seite, Rubrik <a href="http://www.rosapassos.com.br/#!discografia">Discografia</a> zeigt, dass sie in den vergangenen 20 Jahren mindestens im Zweijahresrhythmus spannende Neuigkeiten als CD zu bieten hatte. Dabei gelingt ihr immer wieder, ihrem Stil treu bleibend, der echte musikalische Dialog mit interessantesten Partnern aus verschiedenen Richtungen: Die auf der Bühne eher extrovertiert agierende <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ivete_Sangalo">Ivete Sangalo</a> singt mit ihr in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vVNLLYwejds"><em>Dunas</em></a> einen gar herzliches Duett. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ron_Carter">Ron Carter</a> ergibt sich dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=MNRgJHFIbhA"><em>Insensatez</em></a> (auf der CD <em>Entre Amigos</em>) eben wie ein alter Freund. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yo-Yo_Ma">Yo-Yo Ma</a> schließlich löst sich von Bach und Saint-Saëns, um ihr seine Cello-Linien für <a href="http://www.youtube.com/watch?v=RiVo4sbLV8o"><em>Chega de Saudade</em></a> zu leihen.</p>
<p>In einigen Monaten wird Rosa ihren sechzigsten Geburtstag feiern und sie wirkt, als habe sie sich erst richtig warmgelaufen, um der Welt mehr von der Alma Brasileira und ihrer Musik zu zeigen.</p>


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		<title>Soul&#8217;n Samba: Vanessa da Mata</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 21:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem Genre Soul im engeren Sinn nähert sich zwar allenfalls der Titel Boa Sorte an, den Vanessa da Mata zusammen mit  Special Guest Ben Harper singt, aber wegen der innigen Dynamik in Komposition und Interpretation liegt dieser Begriff  für die ganze CD Sim nahe.

Geboren (1976) und aufgewachsen ist sie im Bundesstaat Mato Grosso, also ungefähr [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Genre <em>Soul</em> im engeren Sinn nähert sich zwar allenfalls der Titel <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=q7mVB-Ls5KQ">Boa Sorte</a> </em>an, den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vanessa_da_Mata"><em>Vanessa da Mata</em></a> zusammen mit  Special Guest <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ben_Harper"><em>Ben Harper</em></a> singt, aber wegen der innigen Dynamik in Komposition und Interpretation liegt dieser Begriff  für die ganze CD <em>Sim</em> nahe.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-783" title="vanessadamata" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2010/05/vanessadamata-300x267.jpg" alt="vanessadamata" width="300" height="267" /></p>
<p>Geboren (1976) und aufgewachsen ist sie im Bundesstaat <em>Mato Grosso</em>, also ungefähr im Zentrum des südamerikanischen Kontinents, kam aber schon mit 16 nach São Paulo, um in einer Frauen-Reggae-Band zu singen. Jobs als Backing Vocalist brachten sie mit <em>Black Uhuru, Milton Nascimento</em> und <em>Baden Powell </em>zusammen. Als sie mit 21 <em>Chico César</em> begegnete, entstand das gemeinsame Lied <em>A Força que nunca seca</em> und ihre Tätigkeit als Komponistin begann. Sie schrieb für <em>Maria Bethânia</em>, <em>Caetano Veloso</em>, <em>Daniela Mercury</em> und <em>Ana Carolina</em>. Eigene CDs waren dann <em>Vanessa da Mata </em>(2002),  <em>Essa Boneca tem Manual </em>(2004) und <em>Sim </em>(2007), ausgezeichnet mit Gold, Platin und einem Latin Grammy.</p>
<p>Auf  <em>Sim </em>(Ja!) stammen alle zwölf Titel aus ihrer eigenen Feder. Toningenieur ist <em>Mario Caldato</em>, der u.a. für die <em>Beastie Boys</em> und für <em>Jack Johnson </em>arbeitete. Die Eröffnung ist mit <em>Baú </em>rockig, leicht, erzählend. <em>Boa Sorte </em>ist oben genannt, wurde Nr. 1 in Brasilien, Portugal und der Schweiz. In <em>Vermelho</em>, wie Rot und vorwärtstreibend, hört man ihre Liebe zum Reggae, und zu Gast ist Jamaica-Legende <em>Sticky Thompson </em>(Percussion). Auch Nr. 1 wurde in Brasilien <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ey3W7311Z3g">Amado</a></em>, mit viel Romantik: <em>Meine schöne Blume wird mir der Jasmin sein, Die besten Küsse, Deine! </em>(hier der <a href="http://www.chordie.com/chord.pere/www.guitaretab.com/v/vanessa-da-mata/171576.html">Text</a>) Wunderbar präzise Rhythmik auf <em>Pirraça</em>, über der eine Gitarre elektrische Kommentare abgibt und Vanessa von Streichen des Tages erzählt. Zum Ausklang <em>Minha herança: uma flor</em>, sensible Lyrik, Vocals und akustische Gitarre von Vanessa.</p>


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		<title>Miss Balanço: Clara Moreno</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 22:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man könnte es mit Miss Swing übersetzen. Balanço steht für das Wiegen der Palmen im Wind, für den Schwung der Hüften an der Strandpromenade von Ipanema oder auch im Tanzsaal von Lapa. Rhythmus und Harmonie des modernen Jazz sind eingearbeitet, und doch ist das Material ganz brasilianische Tradition: Clara hat auf ihrer sechsten Platte Miss [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Man könnte es mit <em>Miss Swing </em>übersetzen. <em>Balanço </em>steht für das Wiegen der Palmen im Wind, für den Schwung der Hüften an der Strandpromenade von Ipanema oder auch im Tanzsaal von Lapa. Rhythmus und Harmonie des modernen Jazz sind eingearbeitet, und doch ist das Material ganz brasilianische Tradition: Clara hat auf ihrer sechsten Platte <em>Miss Balanço </em>ganz und gar auf bewährte Sambas zurückgegriffen. Die Namen einiger Komponisten: João Donato, Jorge Ben, Elza Soares, Gilberto Gil, also brasilianisches Volksgut. (Nebenbei: Samba in der städtischen Form ist eine Angelegenheit der Moderne und braucht, wie der Jazz, die Zeitakzente.)</p>
<p><em>Clara Moreno </em>kommt aus Rio de Janeiro und hat bekannte und erfolgreiche Musiker-Eltern: Mutter ist die Sängerin und Liedermacherin <em>Joyce</em>, Vater der Komponist <em>Nelson Angelo Moreno</em>. Mit 10 Jahren schon im Background,  z.B. von Milton Nascimento, dann mit 18 nach Paris, um Musik zu studieren. Zurück in Brasilien experimentiert sie mit Acid-Jazz, Psychodelia, Bossa Nova, Tropicalia. Mit den ersten drei Alben bleibt sie aber noch im Hintergrund. Der Erfolg, auch in Japan und Europa, kommt 2004 mit <em>Morena Bossa Nova</em>, von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rodolfo_Stroeter">Rodolfo Stroeter</a> produziert, im Stil des Elektro-Bossa. Auf <em>Meu Samba Torto </em>(Mein verdrehter Samba) von 2007, wieder von Stroeter, diesmal bei <em>Far Out Recordings</em> in London produziert, fügt sie ihrer feinen und gradlinigen Stimme nur Akustik-Gitarre, -Bass und Drums hinzu, hat auch, im Blick auf die weite Welt, Titel wie <em>Mon manage a moi </em>von Edith Piaf oder den Jazzstandard <em>Tenderly </em>dabei, aber auch einfach Bossa Nova, wie  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rVO2PRpERQk"><em>Ela vai pro mar</em></a> ( zusammen mit Celso Fonseca).</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-728" title="070327-01a" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2010/02/070327-01a-227x300.jpg" alt="070327-01a" width="227" height="300" /></p>
<p><em>Miss Balanço </em>ist nun von der Mama, <em>Joyce</em>, wieder bei <em>Far Out </em>in London produziert und es ist gelungen. Samba als Tanzmusik und Jazz verstehen sich gut. Schauen wir noch, was das Tatoo auf dem Arm sagt: <em>Paz e Música</em>. Ein guter Lebensinhalt!</p>


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		<title>Samba: 100 %, Marisa Monte</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 18:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Blick zurück: Seit Anfang der 90er Jahre läuft der Erfolg, Arto Lindsay produziert und ist die Brücke zur experimentellen Musik New Yorks, die Individualisten Arnaldo Antunes und Carlinhos Brown sind treue Freunde und bei Bedarf immer da, Sterne wie Cézar Mendes, Pupilo, Pedro Baby, Carlos Malta, Jaques Morelenbaum, Paulinho da Viola, Daniel Jobim und David [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Blick zurück: Seit Anfang der 90er Jahre läuft der Erfolg, Arto Lindsay produziert und ist die Brücke zur experimentellen Musik New Yorks, die Individualisten Arnaldo Antunes und Carlinhos Brown sind treue Freunde und bei Bedarf immer da, Sterne wie Cézar Mendes, Pupilo, Pedro Baby, Carlos Malta, Jaques Morelenbaum, Paulinho da Viola, Daniel Jobim und David Byrne, um einige zu nennen, finden sich ein, und vor allem: die unbestechliche Stimme und Musikalität von Marisa!</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-682" title="4127SNHD35L._SS400_" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2009/12/4127SNHD35L._SS400_-300x300.jpg" alt="4127SNHD35L._SS400_" width="300" height="300" /></p>
<p>Selbst das sehr süß geratene <em>Amor, I love You! </em>(Memories&#8230;, 2000) tat dem keinen Abbruch, war es doch zu schön: <em>Hoje contei as paredes coisas do meu coração&#8230;</em> (Heute erzählte ich den Wänden Dinge meines Herzens&#8230;) Von <em><a href="http://timeline-transfer.de/ich-weiss-wie-man-kusst/">Ya sei namorar</a> </em>(Tribalistas, 2003) war hier schon die Rede. 2006 lief in den Radios <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qWSEZUHlhNI"><em>Infinito particular</em></a> (Unendlich privat), Lied von der gleichnamigen Platte (2006). Hier nun zu <em>Universo ao meu redor </em>(Die Welt um mich herum), auch von 2006.</p>
<p>Marisas Vater war in den 70er Jahren künstlerischer Leiter der traditionsreichen Sambaschule <em>Portela</em> (Rio de Janeiro). Sie wuchs mit dem Samba auf, kehrte dann 1999 zurück, um mit der Alten Garde von Portela eine Platte zu produzieren, merkte dabei, dass viel nur mündlich überliefertes Material im Hintergrund war, das zu verschwinden drohte. Sie holte einige alte Stücke hervor und mischte sie mit neuen Kompositionen zu diesem Cocktail von <em> </em></p>
<h3><em>Universo ao meu redor</em>.</h3>
<p>Sie schreibt, dass es ihr dabei, mehr als um den Samba selbst, um die Atmosphäre ging, die den Samba umgibt, um die Hauptthemen <em>Liebe, Natur, Musik selbst, das menschliche Dasein, das Singen der Vögel, unsere Innenhöfe, gemeinsam gelebtes Leben in der Kunst&#8230; </em>(aus den liner-notes) Sechs der Neukompositionen sind von dem bewährten Gespann <em>Antunes/Brown/Monte</em>, so (1) der Titelsong und (2) das oft gespielte <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=KxPlhYMmU7E">O Bonde do Dom</a>: &#8230;Ich arbeite als Sambista und kann mich nicht beschweren, ich singe weiter, nur um Dich zu berühren&#8230;Es ist der Zug der Begabung, der mich führt, die Engel, die mich tragen, die Autos, die mich umgeben, die Heiligen, die mich beschützen&#8230;Das Wasser des Meeres trinkt mich, der Durst nach Dir bleibt. </em>(Eigene Übersetzung)</p>
<p>Jeweils ein Stück haben <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Byrne_%28Musiker%29">David Byrne</a> (8), <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Paulinho_da_Viola">Paulinho da Viola</a> (9) und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Adriana_Calcanhotto">Adriana Calcanhotto</a> (10) beigetragen, fünf sind aus dem Fundus von <em>Portela</em>, entstanden zwischen 1945 und 1980. Produziert haben Marisa und Mario Caldato, Arto Lindsay hat sich darauf beschränkt, die Texte ins Englische zu übertragen. Es sind keine spektakulären Lieder, sie fließen wie klares, glitzerndes Wasser vorbei. Man lehnt sich zurück und genießt.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-693" title="marisa" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2009/12/marisa1-234x300.jpg" alt="marisa" width="234" height="300" /></p>
<p>Am Schluss<em> Pétalas esquecidas</em> von <em>D.Yvonne Lara</em> und <em>Teresa Batista</em> (1945); letzter Vers:  <em>Heute</em> <em>bleiben von der schönen Rose nur vergessene Blütenblätter, Es war meine erste Liebe, die in meinem Leben aufkreuzte, Und die Rose verwelken ließ, ich fühlte soviel Schmerz, Es starb meine erste Liebe. </em>(Eigene Übersetzung) Brahms kann es nur deshalb noch trauriger <em>(Der graue Nebel tropft so still&#8230;)</em>, weil es bei uns einen <em>Spätherbst</em> gibt.</p>
<p>(Siehe auch das hier besprochene <a href="http://timeline-transfer.de/tropicalia-marisa-monte/">Interview</a> mit Marisa Monte)</p>


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		<title>Himmel auf Erden: Céu</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 21:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus ihrem schönen katholischen Vornamen Maria do Céu &#8211; Maria vom Himmel (Familiennamen: Whitaker Poças) blieb für den Bühnenauftritt das Céu stehen, und so heißt auch ihre erste CD (2005).  Kleines Label, Urban Jungle Records, den großen hat sie einen Korb gegeben, und mit Beto Villares doch ein erfahrener Musiker und Produzent. Der Erfolg [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus ihrem schönen katholischen Vornamen <em>Maria do Céu &#8211; </em>Maria vom Himmel (Familiennamen: <em>Whitaker Poças</em>) blieb für den Bühnenauftritt das <em>Céu </em>stehen, und so heißt auch ihre erste CD (2005).  Kleines Label, <em>Urban Jungle Records</em>, den großen hat sie einen Korb gegeben, und mit <em>Beto Villares</em> doch ein erfahrener Musiker und Produzent. Der Erfolg kam schnell. 2006 Grammy-Nominierung, 2007 international in den Listen der Meistverkauftesten und 2008 Preis der Deutschen Schallplattenkritik. 2009 dann mit <em>Vagorosa</em> die Nachfolge. Sie führt aktuell die Weltmusikcharts an.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-618" title="ceu_publicity3-10360" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2009/12/ceu_publicity3-103603-300x265.jpg" alt="ceu_publicity3-10360" width="300" height="265" /></p>
<p>1980 geboren, in einer Musikerfamilie aufgewachsen, in São Paulos künstlerisch-beschaulichem Stadtteil Vila Madalena, wurde sie mit dem ernsten Musikfundus Brasiliens sozialisiert, Villa-Lobos, Ernesto Nazaré &#8230; Sie ging jung nach New York, trat in Kontakt mit Jazz und Hip Hop, kam zurück und probierte die Gratwanderung zwischen Tradition und Trend. Das ist für Brasilien nicht neu, es kommt drauf an, wie man es ausfüllt.</p>
<p>Ihr Gesang weist auf ein feines Gefühl für Farbe und Rhythmik. Er spielt deutlich die Hauptrolle. Gleich danach kommen Drums und Percussion, sie legen einen kräftigen Teppich, auf dem sich ihre gesungenen Geschichten ausbreiten. Auf dem Cover von <em>Céu</em> bedankt sie sich für die musikalische Ausbildung bei ihren Eltern, und zwar vor allem für die schönen Geschichten, die man ihr erzählt hat. Gitarre und Bass spielen die dezente Rolle, die sie bei Samba und Bossa Nova spielen sollen. Bläser malen den Rahmen. DjMarco scratcht elektrische Akzente.</p>
<h3>Concrete Jungle</h3>
<p>In der Eröffnung von <em>Céu </em>spielt sie mit der Legende vom Frosch und vom Prinzen. Dass 12/8 gemeint ist stellt die Rhythmussektion im einminütigen Vorspann deutlich fest. Nr. 15, der Schluss, ist ein neuer, lebendiger Samba und so, wie ein Samba sein muss. Nr. 5, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xKAUuGzDaZ0&amp;feature=related"><em>Rainha</em></a>, lässt sich als Homage an afrikanisches Highlife verstehen. Es folgen feingewebte Balladen (Nr. 7 ist Dorival gewidmet) und (mit Ave Cruz) wieder überzeugende Rhythmik. Bemerkenswert auch die Neuauflage von Bob Marleys <a href="http://www.youtube.com/watch?v=fjNPbJLvvmI"><em>Concrete Jungle</em></a> von 1973, sie stellt den Reggaecharakter in den Hintergrund und zeigt, was in der Melodie steckt.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-619" title="9Ucover" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2009/12/9Ucover1-300x269.jpg" alt="9Ucover" width="300" height="269" /></p>
<p>Ansonsten vor allem eigene Texte und Kompositionen, die zusammen mit <em>Beto Villares</em> oder <em>Alec Haiat</em> entstanden sind. Eine Gastrolle als Gitarrist spielt <em>Antônio Pinto</em>,  erfolgreicher Komponist für Filmmusik (z.B. <em>Cidade de Deus </em>- City of God). Dazu gibt es auf dem Cover die nette Geschichte, dass sie zu New Yorker Zeiten den mittellosen Antônio in ihre Wohnung aufnimmt und sie feststellen, dass sie entfernte Verwandte sind.</p>
<h3>Vagarosa</h3>
<p>Der Titel der neuen CD, <em>Vagarosa</em>, fordert die Langsamkeit (siehe Roberta Sá, <em>Devagar </em>oder Lenine, <em>Paciência</em>). Céu wirkt relaxt und verspielt. Sie hat die Erfahrungen der vergangenen Jahre eingebracht, ist nicht nur um die Welt getourt, sondern auch Mutter geworden. Musikalisch brodelt es unter der Oberfläche kräftig, stilistisch wandert sie munter zwischen Dub, Reggae, Samba und Lounge.  Sterne der brasilianischen Musikszene helfen ihr dabei, so z.B. Pupillo und Dengue von Nação Zumbi. Gute Arbeit, liebe Maria do Céu, wir freuen uns auf mehr!</p>


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		<title>Roberta Sá</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 22:15:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[MPB]]></category>
		<category><![CDATA[Samba]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige Sängerinnen der Musica Popular Brasileira sollen hier mit ihren Neuerscheinugen vorgestellt werden. Manche von ihnen stehen schon länger in der Öffentlichkeit.
Roberta Sá gehört zu den aufsteigenden Sternen der jüngeren Zeit.  Der Weg, der sich in ihrer Biographie abzeichnet, ist auch der so manch erfolgreichen Musikstückes: Wurzeln im Nordosten und weitere Entwicklung in Rio de [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Sängerinnen der <em>Musica Popular Brasileira </em>sollen hier mit ihren Neuerscheinugen vorgestellt werden. Manche von ihnen stehen schon länger in der Öffentlichkeit.</p>
<p><em><a href="http://www.robertasa.com.br/index_pt.html">Roberta Sá</a> </em>gehört zu den aufsteigenden Sternen der jüngeren Zeit.  Der Weg, der sich in ihrer Biographie abzeichnet, ist auch der so manch erfolgreichen Musikstückes: Wurzeln im Nordosten und weitere Entwicklung in Rio de Janeiro. Sie ist 1980 in Natal geboren und kam mit 9 Jahren nach Rio. Die große Familie des Vaters, aus dem Nordosten, liebte die Familienereignisse mit großer Personenzahl und reichlich Musik. Für die ebenfalls nicht kleine Familie der Mutter, aus dem Süden, waren Feiern mit Gesang und Präsentation an der Tagesordnung.</p>
<p>Mit 16 sang sie in der Wohnung in Ipanema, vor dem Spiegel, Stücke von Gilberto Gil und Tom Jobim. Sie studierte Kommunikationswissenschaften und wollte Radiomoderatorin werden. Nach dem Abschluss siegte aber die Liebe zu &#8220;Ihrer Majestät, der Musik&#8221; (aus Robertas <em>Carta Biografia</em>). Die erste erfolgreiche CD <em>Braseiro </em>(Glut) kam 2005. Im September 2007 konnte man sie, nach Europa- und Asientournee, noch auf kleiner Bühne in Rios Talentschmiede <a title="Samba de Amor e Ódio" href="http://www.youtube.com/watch?v=LtxoL7a0KBQ&amp;feature=related"><em>Estrela da Lapa</em></a> hören. Im gleichen Jahr erschien die hervorragende CD <em>Que belo estranho dia pra se ter alegria </em>(Welch seltsam schöner Tag, um glücklich zu sein). Ein großer Teil der Titel und noch einige mehr finden sich auf dem Live-Mitschnitt aus Rio, im Rahmen der Konzerttounee von 2009 <em>(Pra se ter alegria)</em>, hier mit einer noch präsenteren Rhythmusgruppe.</p>
<p>Erlesene Komponisten und Sänger des Landes, aller Generationen, schreiben für Roberta und begleiten sie bei Konzerten: Lenine, Carlos Malta, Chico Buarque, Ney Matogrosso und viele andere. So, wie in ihrer Biographie der Nordosten und die Städte des Südens zusammenkommen, so verbindet sie in ihren Stücken Regionen und musikalische Epochen des Landes. Syndney Millers <em>Alô fevereiro </em>umgibt sie mit neuem Arrangement, ein Stück, das den Samba als Ort der Begegnung der beteiligten Menschen als auch der Instrumente vorstellt <em>(Fazer samba não é brinquedo &#8211; Samba zu machen ist keine Spielerei)</em>. Bei <em>Girando na renda </em>wird man über das Bild des dörflichen Tanzes  zu Samba de Roda und alten Traditionen der Orixás geführt.</p>
<p>Sie glaubt an das Glück und an das Zusammentreffen der Menschen. Im Lied <em>Mais alguém </em>heißt der mittlere Vers: <em>O amor é um descanso, quando a gente quer ir lá, não há perigo no mundo, que te impeça de chegar. </em>(Die Liebe ist ein Ruhepol, wenn man sie erreichen will, gibt es keine Gefahr der Welt, die dich daran hindert, dort hinzukommen.)<em> </em></p>


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