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	<title>Timeline-Transfer &#187; Bossa Nova</title>
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		<title>Rosa Passos &#8211; fliessend brasilianisch</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 13:37:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine echte Baiana, eine Frau aus Salvador, dort 1952 geboren, saß als Kind schon am Klavier und durfte mit 15 auch im Fernsehen spielen. Mit 20 gewann sie ihren ersten größeren Festivalpreis. Brasilianisches Urgestein wie Dorival Caymmi, Jaõ Gilberto und der Film Orfeo Negro von 1959 gaben ihr die weitere Orientierung: sie wechselte zu Gitarre [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine echte Baiana, eine Frau aus Salvador, dort 1952 geboren, saß als Kind schon am Klavier und durfte mit 15 auch im Fernsehen spielen. Mit 20 gewann sie ihren ersten größeren Festivalpreis. Brasilianisches Urgestein wie Dorival Caymmi, Jaõ Gilberto und der Film Orfeo Negro von 1959 gaben ihr die weitere Orientierung: sie wechselte zu Gitarre und Gesang. Samba und Bossa Nova fließen organisch dahin. Es ist diese Kunst, einfach nur Samba und Bossa Nova zu singen und zu spielen, ohne spektakuläre Höhen und Tiefen, und die magische Wirkung dieser Musik zur Geltung zu bringen. Weibliches Gegenstück zu Jaõ Gilberto wird sie genannt. Nicht nötig, sie entfaltet die Wirkung auf ihre Art.</p>
<p>Ein Blick auf ihre Seite, Rubrik <a href="http://www.rosapassos.com.br/#!discografia">Discografia</a> zeigt, dass sie in den vergangenen 20 Jahren mindestens im Zweijahresrhythmus spannende Neuigkeiten als CD zu bieten hatte. Dabei gelingt ihr immer wieder, ihrem Stil treu bleibend, der echte musikalische Dialog mit interessantesten Partnern aus verschiedenen Richtungen: Die auf der Bühne eher extrovertiert agierende <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ivete_Sangalo">Ivete Sangalo</a> singt mit ihr in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vVNLLYwejds"><em>Dunas</em></a> einen gar herzliches Duett. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ron_Carter">Ron Carter</a> ergibt sich dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=MNRgJHFIbhA"><em>Insensatez</em></a> (auf der CD <em>Entre Amigos</em>) eben wie ein alter Freund. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yo-Yo_Ma">Yo-Yo Ma</a> schließlich löst sich von Bach und Saint-Saëns, um ihr seine Cello-Linien für <a href="http://www.youtube.com/watch?v=RiVo4sbLV8o"><em>Chega de Saudade</em></a> zu leihen.</p>
<p>In einigen Monaten wird Rosa ihren sechzigsten Geburtstag feiern und sie wirkt, als habe sie sich erst richtig warmgelaufen, um der Welt mehr von der Alma Brasileira und ihrer Musik zu zeigen.</p>


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		<title>Brasilianerin in Paris: Aline de Lima</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Dec 2010 20:03:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf die Mischung kommt es an: Aline de Lima ist in dem brasilianischen Bundesstaat Maranhão geboren (1978), dort, wo sich das Grün Amazoniens mit den trockenen Flussläufen des Sertão trifft und sich in einer weiten Dünenlandschaft dem Meer nähert. Portugiesische, indigene und afrikanische Kultur haben ein reiches Erbe hinterlassen, die lebhaften Jahresfeste sind eine Äußerung [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf die Mischung kommt es an: Aline de Lima ist in dem brasilianischen Bundesstaat <em>Maranhão </em>geboren (1978), dort, wo sich das Grün Amazoniens mit den trockenen Flussläufen des Sertão trifft und sich in einer weiten Dünenlandschaft dem Meer nähert. Portugiesische, indigene und afrikanische Kultur haben ein reiches Erbe hinterlassen, die lebhaften Jahresfeste sind eine Äußerung davon. Die Hauptstadt São Luís galt einst als das Athen Brasiliens.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-808" title="aline" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2010/12/aline-296x300.jpg" alt="aline" width="296" height="300" /></p>
<p>Aline ging als 19jährige nach Stockholm und dann nach Paris. Die Begegnung mit dem Saxofonisten und Komponisten <em>Frank Chatona </em>verwandelte ihre Lyrik in Musik. Dazu traf sie auf den brasilianischen Musiker und Produzenten <em>Vinícius Cantuária</em>. Geografisch waren seine Stationen <em>Manaus, Rio, New York</em>, musikalisch vereinte er Bossa Nova und neuen Jazz, hatte mit Brian Eno, Laurie Anderson, David Byrne, Bill Frisell und anderen gearbeitet. Er nahm im New Yorker Studio <em>Shinebox </em>Alines erste und gleich erfolgreiche CD</p>
<h3>Arrebol</h3>
<p>auf. Mit von der Partie waren Jobim-Drummer <em>Paulo Braga</em>, der Bahia-Percussionist <em>Marivaldo</em> <em>dos Santos</em>, beide sorgen für eine nicht laute, aber fein gewobene Rhythmik, <em>Gustavo Salani</em> an der akustischen Gitarre und <em>Paul Socolow</em> am Bass, einige Stücke gewürzt durch den Trompeter <em>Michael Leonhart </em>und mit experimentell-elektrischen Gitarrenlinien von <em>Vinícius Cantuária</em>.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-810" title="arrebol" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2010/12/arrebol-300x270.jpg" alt="arrebol" width="300" height="270" /></p>
<p><em>Frank Chatona </em>als Komponist, <em>Aline </em>als Mitkomponistin, Dichterin und Sängerin, deren Basis Brasilien-Nordost deutlich hörbar bleibt, hat mit dem Treffen auf die New-York-Szene ein aufregend-hörbares, abwechslungsreiches und gehaltvolles Produkt ergeben. Die Nachfolgeplatte von 2008 <a href="http://www.cd-kritik.de/frameset/frset.htm?/kritiken/cd/lima-acai.htm"><strong><em>Açaí</em></strong></a> (Hörbeispiel:  <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=vp18gGL-AYE&amp;feature=related">Menino Açaí</a>) </em>ist von dem seit 2005 auch in Paris lebenden japanischen Avantgarde-Jazztrompeter <em>Jun Miyake</em> produziert und wirkt meditativer, gleichzeitig sich Alines Heimat besinnend (der Name <em>Açaí </em>stammt von einer Amazonas-Palme). Wir warten auf mehr!</p>


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		<title>Vivo Sonhando &#8211; Dreamer</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 23:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>

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		<description><![CDATA[1993 hatten Tom Jobim und Joe Henderson gemeinsame Konzerte in Rio und São Paulo. Als im April 1994 in der Carnegie Hall das 50jährige von Verve-Records gefeiert wurde, war ein Höhepunkt das gemeinsame Desafinado von Jobim und Henderson. Es entstand der Plan für Double Rainbow:  eine Platte mit Jobim-Liedern und zwei verschiedenen Rhythmusgruppen, einem Jazz- [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>1993 hatten Tom Jobim und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Henderson">Joe Henderson</a> gemeinsame Konzerte in Rio und São Paulo. Als im April 1994 in der Carnegie Hall das 50jährige von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Verve_Music_Group">Verve-Records</a> gefeiert wurde, war ein Höhepunkt das gemeinsame <em>Desafinado </em>von Jobim und Henderson. Es entstand der Plan für <em>Double Rainbow</em>:  eine Platte mit Jobim-Liedern und zwei verschiedenen Rhythmusgruppen, einem Jazz- und einem Brazil-Teil. <em>Suite II </em>wurde mit Herbie Hancock (p), Christian McBride (b) und Jack DeJonette (dr) in Los Angeles aufgenommen. Die Aufnahme von <em>Suite I </em>sollte in Rio stattfinden, mit Jobim am Piano. Er erkrankte jedoch und starb im Dezember 1994. Man spielte diesen Teil dann in New York ein, mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eliane_Elias">Eliane Elias</a> (p), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Castro-Neves">Oscar Castro-Neves</a> (g), <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Nico_Assump%C3%A7%C3%A3o">Nico Assumpção</a> (b) und Paulo Braga (dr).</p>
<p>Einer dieser Brazil-Titel ist <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gWpFR98oSOs">Dreamer</a>. Von Eliane Elias erscheint dann 2004 die Platte <em>Dreamer</em>, Oscar Castro-Neves und Paulo Braga sind wieder dabei. Ein gelungener Strauss, vorwiegend Bossa Nova. Die Pianistin lebt zwischen den Kulturen, 1960 in São Paulo geboren, ist sie seit 1981 auch in New York erfolgreich. Die erste Rolle spielt hier ihre Stimme, der Gesang in Englisch oder im Original, wie bei <em>Vivo Sonhando </em>(Dreamer)<em>.</em> (Hier ein Link zu Elianes Version von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BNfAofMmygI"><em>Samba Triste</em></a>.)</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-793" title="Eliane Elias" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2010/07/Eliane-Elias1.jpg" alt="Eliane Elias" width="100" height="100" /></p>
<p>Einer Laune folgend (ich komme grad aus dem Theater) noch ein Zitat aus Shakespeare, <em>The Tempest </em>(übersetzt von A.W. Schlegel):</p>
<blockquote><p>Das Fest ist jetzt zu Ende; unsre Spieler,<br />
Wie ich euch sagte, waren Geister und<br />
Sind aufgelöst in Luft, in dünne Luft.<br />
Wie dieses Scheines lock&#8217;rer Bau, so werden<br />
Die wolkenhohen Türme, die Paläste,<br />
Die hehren Tempel, selbst der große Ball,<br />
Ja, was daran nur teilhat, untergehn;<br />
Und, wie dies leere Schaugespräng erblasst,<br />
Spurlos verschwinden. Wir sind solcher Zeug<br />
Wie der zu Träumen, und dies kleine Leben<br />
Umfasst ein Schlaf.</p></blockquote>
<p>(Zum Thema noch ein Foto von Claudia Rogge mit dem Titel <a href="http://www.claudia-rogge.de/claudia-rogge-dreamer-1-2008"><em>Dreamer</em></a>.)</p>


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		<title>Ana Caram: Blue Bossa</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 16:15:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Liebe zwischen Brasilien und Nordamerika war nicht immer unproblematisch, aber sie existiert. Als João Gilberto mit Chega de Saudade den Bossa Nova erfand, dachte er Samba und Musica Nordestina neu, einen entscheidenden Beitrag gaben die Harmonien des Jazz. Es war nicht verstimmt (Desafinado), sondern anders. Über die englische Sprache ging der Bossa Nova in [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Liebe zwischen Brasilien und Nordamerika war nicht immer unproblematisch, aber sie existiert. Als João Gilberto mit <em>Chega de Saudade </em>den Bossa Nova erfand, dachte er Samba und Musica Nordestina neu, einen entscheidenden Beitrag gaben die Harmonien des Jazz. Es war nicht verstimmt (<em>Desafinado)</em>, sondern anders. Über die englische Sprache ging der Bossa Nova in die Welt.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ana_Caram">Ana Caram</a> liebt die Grenzüberschreitung. In São Paulo geboren, dort auch einen Hochschulabschluss in Komposition, ging sie nach New York und hatte 1988, als ersten größeren Erfolg, einen Auftritt mit <em>Paquito D&#8217;Rivera</em> in der Carnegie Hall. Ihre erste Platte, <em>Rio After Dark</em> von 1989 verzeichnet als Special Guest immerhin <em>Antônio Carlos Jobim</em>. Im Folgealbum von 1992, <em>Amazônia</em>, freundet sie urbrasilianische Literatur mit populärem Jazz an. Auf <em>Hollywood Rio </em>(2004) wird <em>The Shadow of Your Smile </em>zum perfekten Bossa Nova.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-770" title="1221695671_ana_caram__blue_bossa" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2010/04/1221695671_ana_caram__blue_bossa1-300x300.jpg" alt="1221695671_ana_caram__blue_bossa" width="300" height="300" /></p>
<p>Hier nun zu <em>Blue Bossa </em>von 2001. Cool-Jazz und Lounge-Atmosphäre von 1960 werden wach. Fünf der zwölf Titel sind von <em>Jobim</em>, so <em>Desafinado, Triste, Corcovado. </em>Sensibler Gesang mit zart und wirkungsvoll auftretender Rhythmusgruppe:  <em>Paulo Braga </em>an den Drums war über 15 Jahre Begleiter von Jobim, die Liste des US-Bassisten <em>David Finck </em>ist lang: Dizzy Gillespie, Aretha Franklin, Herbie Hancock, Elton John &#8230; Auch Gitarrist Nelson Faria weiß, wo er hingreifen muss. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZnQ81UE0zxo&amp;feature=related"><em>Fly me to the Moon</em></a>, ein Vers im Original, wird ansonsten in der Textfassung von <em>Pacífico Mascarenhas</em> zu <em>Leva me p&#8217;ra</em> <em>onde, Amor existe de verdade</em> &#8230; <em>O Vento</em> von <em>Dorival Caymmi </em>ist dabei, wie auch <em>Só por Amor </em>von <em>Baden Powell</em>. Und natürlich <em>Kenny Dorhams</em> Blue Bossa, ganz im brasilianischen Feeling. Zurücklehnen und genießen!</p>


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		<title>Diana Krall in Rio</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 23:06:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
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		<description><![CDATA[Schon vorher hat Diana Jazz-Klassiker wie S&#8217;Wonderful als Bossa Nova gespielt, und sie hat es zauberhaft gemacht. Im November 2008 war sie nun in Rio de Janeiro, hat dort nicht nur am Strand von Ipanema die Blicke der Boys gesucht (siehe Boy from Ipanema), sondern auch im Konzertsaal die Herzen der Brasilianer gewonnen. Tom Jobims [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon vorher hat Diana Jazz-Klassiker wie S&#8217;Wonderful als Bossa Nova gespielt, und sie hat es zauberhaft gemacht. Im November 2008 war sie nun in Rio de Janeiro, hat dort nicht nur am Strand von Ipanema die Blicke der Boys gesucht (siehe <em>Boy from Ipanema</em>), sondern auch im Konzertsaal die Herzen der Brasilianer gewonnen. Tom Jobims <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=okb8nIpuXgs&amp;NR=1">Este seu Olhar</a> </em>gehört nicht zu den ganz bekannten Stücken, aber es ist einmal mehr ein Beispiel dafür, wie Liebesschmerz auf Brasilianisch so wunderschön poetisch sein kann. Diana findet ganz in die Stimmung hinein, singt auf Portugiesisch, und baut auch Carioca-Akzent, also den aus Rio, ein. Daher der Lacher im Publikum in der Mitte des Liedes.</p>
<p>Hier auf Deutsch (eigene Übersetzung):</p>
<blockquote><p>Dieser dein Blick<br />
Wenn er meinen trifft<br />
Spricht von Dingen<br />
Die ich gar nicht glauben kann.</p>
<p>Süß ist ist es zu träumen<br />
Und zu denken dass du<br />
Mich so liebst<br />
Wie ich dich!</p>
<p>Aber die Illusion<br />
Wenn sie sich auflöst<br />
Schmerzt im Herzen<br />
Bei dem, der geträumt, zu viel geträumt hat.</p>
<p>Ach, wenn ich verstehen könnte<br />
Was deine Augen sagen!</p></blockquote>


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		<title>Brasil-Jazz in Dänemark: Silvana Malta</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 17:22:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>

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		<description><![CDATA[Silvana beschreibt, wie man Bossa Nova singt:
“Bossa Nova can be compared to making love. Once you start off, everything is easy &#8211; instinctively you know what to do. You must listen to each other and pay attention to which direction the other musicians chose. The art is to swing in the silence.”
(Quelle: silvanamalta.com)
Die Sängerin könne [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Silvana beschreibt, wie man Bossa Nova singt:<br />
“Bossa Nova can be compared to making love. Once you start off, everything is easy &#8211; instinctively you know what to do. You must listen to each other and pay attention to which direction the other musicians chose. The art is to swing in the silence.”<br />
(Quelle: silvanamalta.com)<br />
Die Sängerin könne technisch noch so perfekt sein, beim kritischen brasilianischen Publikum käme sie nur an, wenn sie etwas zu sagen habe. Die Lyrik, fröhlich, traurig oder wie immer, müsse transportiert werden.</p>
<p>Silvana kam 1993 von New York nach Kopenhagen. Die vielseitige und offene nordische Jazzszene nahm die Kollegin bereitwillig auf. Zwischen 1997, <em>Back to Brazil </em>und 2007, <em>Be Bossa </em>erschienen sieben CDs, meist mit eigener Band, 2003 auch mit der Dänischen Radio Big Band. Auf Tour ging sie durch Europa, aber auch zurück nach Brasilien.</p>
<h3>Begegnung mit Hermeto Pascoal und Toninho Horta</h3>
<p>1960 geboren, in Minas Gerais aufgewachsen, begann sie früh zu singen. 1987 wurde sie von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermeto_Pascoal">Hermeto Pascoal</a> spontan auf die Bühne geholt und es begann eine gemeinsame Bühnen- und Studiozeit. Jahre mit diesem Multitalent und, etwa zeitgleich, mit dem jazzigen Gitarristen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Toninho_Horta">Toninho Horta</a> prägten sie. Beide legten ihr nahe, die Karriere auf eigene Beine zu stellen. Sie ging nach New York, fand zunächst nicht das, was sie suchte, lernte aber dort ihren dänischen Mann kennen.</p>
<p>2005 kommen nun Toninho Horta und Ausnahmeperkussionist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Airto_Moreira">Airto Moreira</a> nach Dänemark, um mit Silvanas Band die CD <em>Ceú de Brasília </em>aufzunehmen. Zwischen Kompositionen von Toninho, Jobim, Milton Nascimento und Hermeto Pascoal fügen sich die der Dänen Steen Rasmussen (p) und Torben Westergaard (b) glaubhaft ein.</p>
<p>Auf <em>Be Bossa </em>von 2007 sind solche Bossa Novas neu aufgenommen, die zwar erfolgreich waren, aber nicht zu den ganz bekannten gehören. Der brasilianische Komponist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rodolfo_Stroeter">Rodolfo Stroeter</a> übernahm die Produktion und griff auch selbst zum Bass. Auf der Seite von <a href="http://www.silvanamalta.com/">Silvana Malta</a> lässt sich die ganze Platte anhören.</p>


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		<title>Die Tochter: Bebel Gilberto</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 18:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat <a href="http://www.bebelgilberto.com/">Bebel</a> anfangs noch damit kokettiert, so berühmte Eltern zu haben, so baut sie längst auf ihre eigene Stimme, und auf ihre Beziehungen. 1966 in New York geboren, Vater <a href="http://timeline-transfer.de/die-magie-des-jao-gilberto/">João Gilberto</a> (hier besprochen), Bossa-Nova-Legende, und Mutter <em>Miúcha</em>, Sängerin und Schwester von Chico Buarque. Die vier wichtigsten CDs sind <em>Tanto Tempo </em>(2000), <em>Bebel Gilberto </em>(2004), <em>Momento </em>(2007) und <em>All in One </em>(2009). Die Stimme geht nahe und ihre Musikalität ist bezaubernd. Sie beschreibt, wie sie mit dem Gitarrenspiel des Vater eingeschlafen und aufgewacht ist. Die Entspanntheit, die man vom Gesang und vom Spiel des Vaters kennt, hat auch sie &#8211; dabei ist sie aber immer an der Grenze, diese Note überzustrapazieren.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-662" title="3451-bebel-gilberto" src="http://timeline-transfer.de/wp-content/uploads/2009/12/3451-bebel-gilberto1-300x300.jpg" alt="3451-bebel-gilberto" width="300" height="300" /></p>
<p>Die Melancholie, bei der man nie so genau weiss, wie echt sie ist, passt natürlich gut zu Musik und Text von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=fl2WJdn3qOE"><em>Samba da Benção</em></a> (auf <em>Tanto Tempo</em>, Orig. <em>Vinicius de Moraes </em>und <em>Baden Powell</em>): É melhor ser alegre que ser triste&#8230; <em>Es ist besser fröhlich als traurig zu sein, Freude ist die beste Sache, die es gibt, sie ist wie das Licht im Herzen. Aber um einen guten Samba zu machen braucht es ein Stück Traurigkeit. Man braucht ein Stück Traurigkeit, nein, sonst wird es kein Samba. </em>So der Anfang. (Eigene Übersetzung)  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Dpcg5Pg4zHY"><em>Summer Samba</em></a> (von der gleichen CD) wirkt allein durch seine Bekanntheit. Hier hat man eine große Auswahl an anderen Interpreten, um zu vergleichen. Man könnte z.B. die Aufnahme von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Qcu1bIwWVww"><em>Astrud Gilberto</em></a> von 1967 daneben hören (João Gilbertos erste Frau, mit Stan Getz machte sie <em>Girl from Ipanema </em>bekannt).</p>
<h3>NY, London, Salvador, Rio</h3>
<p>So ihre bevorzugten Produktionsorte. Seit 1991 wohnte sie wieder in New York, dann in London, traf sich mit David Byrne und Arto Lindsay. Die Orte stehen aber auch stellvertretend für die ilustre Auswahl an Musikern, mit denen sie sich umgibt und die ihrer Musik die rechte Würze geben. Auf <em>Bebel Gilberto </em>hat sie vorwiegend selbst komponiert, der englische Erfolgskomponist und Produzent <em>Marius de Vries </em>hat ihr beim Arrangement geholfen, hat produziert und mitunter selbst in die Tasten gegriffen. <em>Carlinhos Brown </em>hat bei 03 <em>Aganjú </em>und 11 <em>Jabuticaba</em> komponiert und auch instrumental seine unverkennbare Sprache mitgegeben. <em>Marcos Suzanao </em>ist wieder mit Pandeiro und weiterer Perkussion dabei. Dazu kommen so sympatische Exzentriker wie <em>Pedro Baby </em>oder der Argentinier <em>Didi Gutman </em>(siehe auch seine New Yorker Art-Dance-Band <em>Brazilian Girls; </em>es ist nur ein girl dabei und die ist nicht Brasilianerin).</p>
<p>Auf  <em>Momento </em>und <em>All in One</em> setzt sie die Arbeit mit <em>Gutman</em> und <em>Carlinhos Brown</em> fort, bringt aber auch mit der Gruppe <a href="http://timeline-transfer.de/forro-in-the-dark/"><em>Forró in the dark</em></a> (hier besprochen) Stimmung des Nordostens ein. Cole Porters <em>Night and day </em>erklingt im Bossa-Nova-Rhythmus ( <em>Momento</em>),  zu <em>Bim Bom </em>aus der Feder ihres Vaters holt sie sich Jobims Enkel Daniel als Gast (<em>All in One</em>), lässt auch, nach einem Besuch in Jamaika, Reggae-Duft einziehen. Ihre Texte sind in englisch oder portugiesisch. Kurz: Sie mischt gern und hat viele gute Freunde.</p>


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		<title>Nicht ganz neu, aber gut!</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 17:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
		<category><![CDATA[MPB]]></category>
		<category><![CDATA[Musica Nordestina]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen den Jahren ein Blick zurück kurz vor die Jahrtausendwende, auf zwei CDs von Chico César (1998 und 99) und eine von Paula Morelenbaum (1999).
Chico César: Beleza Mano und Mama Mundi
In der Zeit zwischen Chico Césars Erscheinen in der Öffentlichkeit, Anfang der 90er, und heute liegen diese beiden CDs, dicht hintereinander, ungefähr in der Mitte. [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen den Jahren ein Blick zurück kurz vor die Jahrtausendwende, auf zwei CDs von Chico César (1998 und 99) und eine von Paula Morelenbaum (1999).</p>
<h3>Chico César: <em>Beleza Mano </em>und <em>Mama Mundi</em></h3>
<p>In der Zeit zwischen Chico Césars Erscheinen in der Öffentlichkeit, Anfang der 90er, und heute liegen diese beiden CDs, dicht hintereinander, ungefähr in der Mitte. Bekannt ist, dass er es versteht, Funk, Elektro und bodenständige Musik seiner Heimat, Brasiliens Nordosten, organisch zu vereinen. Dabei bleibt es nicht, er hebt die Besonderheiten der Einflüsse, europäische, indianische und afrikanische Anteile, gekonnt hervor. Rhythmische Aufregung und zart schmelzende Balladen. Und sein Gästebuch birgt immer Überraschungen. Mit <em>Lokua Kanza </em>als Sänger zieht Stimmung von zentralafrikanischem <em>Soukous</em> ein (Beleza Mano 4).</p>
<p>Brasilien ist gut ausgestattet mit hervorragenden Akkordeonspielern, dennoch zögert keiner, <em>Dominguinhos </em>als die Nummer Eins zu bezeichnen. Er ist auf <em>Sanfoninda</em> (BM 6) dabei. Als Nummer Zwei kann man ruhig den inzwischen in London lebenden <em>Chico Chagas </em>bezeichnen. Er begleitet auf dem hier schon vorgestellten <em><a href="http://timeline-transfer.de/pensar-em-voce/">Pensar em Você</a> </em>(Mama Mundi 4). Und am Pandeiro natürlich immer wieder der vielgefragte <em>Marcos Suzano</em>.</p>
<p>Einige der Stücke sind inzwischen Hits und Ohrwürmer: Auf <em>Paraíba meu amor </em>(BM 16) wird die Erinnerung an die europäische Folklore deutlich. <em>Onde estará o meu amor</em> (BM 5; Wo wird nur meine Liebste sein) kann durchaus mit dem 130 Jahre älteren <em>Gang zum Liebchen </em>von Brahms mithalten. Die Brasilianer sind halt unverbesserliche Romantiker!</p>
<p>Zart getroffen auch das <em>Sou rebelde </em>(MM 11) aus der Feder des spanischen Schnulzenschreibers Manuel Alejandro, in der Textversion von Paulo Coelho:<br />
<em>Ich bin rebellisch, weil es die Welt so will, weil man mich nie mit Liebe behandelt hat, und die Menschen sich vor mir verschlossen. (&#8230;) Ich wollte wie ein Kind sein, glücklich und voller Hoffnung, und wollte alles geben, was in mir ist, im Tausch für eine Freundschaft. Und träumen und lächeln, und den Groll vergessen, und singen und lächeln, und nur Liebe fühlen.</em> (Eigene Übersetzung)</p>
<h3><em>Jobim &#8211; Morelenbaum</em></h3>
<p>Hinter dem schlichten CD-Titel mit den wohlklingenden Namen verbirgt sich folgendes: <em>Paula Morelenbaum</em>, international gefragte Sängerin, 1964 in Rio de Janeiro geboren, und ihr Mann <em>Jaques Morelenbaum</em>, 1954 in Rio geboren, die Eltern Profimusiker, er selbst Cellist, Komponist und Produzent (u.a. mit Antonio Pinto Filmmusik von <em>Central do Brasil</em>, dt. Central Station) waren zehn Jahre lang Mitglied der <em>Nova Banda</em>, Tom Jobims letzter Band, bis zu dessen Tod im Jahre 1994.</p>
<p>Zusammen mit Jobims Sohn Paulo, Gitarre und Gesang, und seinem Enkel Daniel, Piano und Gesang, bilden sie dieses Quartett, das hier in erstklassiger Qualität zwölf der Bossa-Nova-Legenden von Tom Jobim eingespielt hat. Um einige zu nennen: <em>Água de beber, Ela é  carioca, Só tinha de ser com você, A felicidade, Corcovado, Desafinado, Águas de março</em> &#8211; der Bossa-Nova-Interessierte weiß bescheid. Lohnenswert auch das Video von <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=fjhJ8wZLYH4">Desafinado</a></em>, auf dem diese geschichtsträchtigen Personen gut zu sehen sind.</p>
<p>Gastmusiker sind <em>Marcelo</em> <em>Costa</em>, Schlagzeug, <em>Zeca Assumpção</em>, Bass und wiederum <em>Marcos Suzano</em> am Pandeiro.  (Ich nenne ihn immer gern. 2008 hatte ich Gelegenheit, bei diesem großartigen und sympatischen Musiker das Pandeiro-Spiel zu vertiefen.)</p>
<p><em><br />
</em></p>


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		<title>Veranstaltungen in Stuttgart</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 21:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
		<category><![CDATA[Forró]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier ein paar aktuelle Hinweise zur brasilianischen Musik in Stuttgart:
Encanto
Der  brasilianische Chor Encanto gibt am Sonntag, 25. Oktober um 18.00 Uhr im Kolpinghaus Bad Canstatt ein etwa zweistündiges Konzert. Cristina Marques aus São Paulo hat die Leitung, dabei sind vorwiegend Brasilianer, die wie sie im Raum Stuttgart leben. Seit drei Jahren widmen sie sich der [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ein paar aktuelle Hinweise zur brasilianischen Musik in Stuttgart:</p>
<h3>Encanto</h3>
<p>Der  brasilianische Chor <em>Encanto </em>gibt am Sonntag, 25. Oktober um 18.00 Uhr im Kolpinghaus Bad Canstatt ein etwa zweistündiges Konzert. Cristina Marques aus São Paulo hat die Leitung, dabei sind vorwiegend Brasilianer, die wie sie im Raum Stuttgart leben. Seit drei Jahren widmen sie sich der Literatur von Musica Popular, Samba, Forró und Bossa Nova. Mit dabei dieses Mal eine der besten erreichbaren Frauen-Jazzbands: die in Frankfurt lebende brasilianische Percussionistin Angela Frontera, Lindy Huppertsberg am Kontrabass und Yelena Jurayeva am Piano. (Karten: 0711-485367)</p>
<h3>Film erzählt Musik</h3>
<p>Unter dem Titel veranstaltet der <em>Círculo Cultural Brasileiro </em>vom 8. bis 13. November ein Filmfestival, das ausschließlich der brasilianischen Musik gewidmet ist. Man hat hier eine beachtliche Sammlung an Spielfilmen und Dokumentationen, vorwiegend neue Produktionen, aus Brasilien importiert. An den Veranstaltungsorten <em>Atelier am Bollwerk, Wagenhallen, VHS, Theaterhaus, Loboratorium </em>und <em>Landespavillion </em>sind oft am gleichen Abend hochklassige brasilianische Musiker zu erleben, so am 8.11. der seit Jahrzehnten international gefragte <em>Naná Vasconcelos. </em></p>
<h3>Forró de Domingo</h3>
<p>So heisst der 14-tägig am Sonntag in Stuttgart stattfindende Tanzabend um den populärsten brasilianischen Paartanz, organisiert seit 3 Jahren von den aus São Paulo stammenden Brüdern Pasqualini. Der nächste Termin ist der <a href="http://www.forrodedomingo.de/">18. Oktober</a>, 18.00 bis 24.00 Uhr in der Bar <em>The Paris </em>(Boschareal). Forró wird im Nordosten Brasiliens seit undenklichen Zeiten getanzt, <em>Luis Gonzaga</em> machte ihn in den Städten des Südens in den vierziger Jahren populär. Mit dem <em>Tropicalismo </em>und dem Neuentdecken der <em>Musica Nordestina </em>kam die nächste Welle. Schließlich und endgültig brachen die Studenten von São Paulo und anderswo in den neunziger Jahren mit dem <em>Forró Universitário </em>diesen Tanz und diese Musik aus der Ecke des ländlichen Ereignisses. Beides ist heute unersetzlicher Teil brasilianischer Kultur.</p>
<p><em><br />
</em></p>


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		<title>Die Magie des Jão Gilberto</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 11:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lehnigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien, Musik, 20.Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Bossa Nova]]></category>
		<category><![CDATA[tropicalismo]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwo hörte ich, dass für den Erfolg eines brasilianischen Sängers nicht die gewaltige Stimme entscheidend sei, sondern etwas anderes, soll man es Zauber nennen,  in seinem Gesang. Wie erklärt sich für uns sonst der Einschlag des Jão Gilberto.
Gal Costa
erinnert sich an ihren ersten gemeinsamen Auftritt mit Caetano Veloso und seine Frage, wen sie für [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwo hörte ich, dass für den Erfolg eines brasilianischen Sängers nicht die gewaltige Stimme entscheidend sei, sondern etwas anderes, soll man es Zauber nennen,  in seinem Gesang. Wie erklärt sich für uns sonst der Einschlag des Jão Gilberto.</p>
<h3>Gal Costa</h3>
<p>erinnert sich an ihren ersten gemeinsamen Auftritt mit Caetano Veloso und seine Frage, wen sie für den größten Sänger Brasiliens halte. Auf ihre Antwort <em>João Gilberto! </em>stimmte er zu: <em>Das finde ich auch! </em>Gal (im Gespräch mit Violeta Weinschelbaum, Rio im Oktober 2004): <em>João teilte die Fluten, was er tat, was er macht, diese Gitarre, diese Stimme sind einzigartig. Es war ein starker Einfluss für meinen Gesangstil und für meine Sichtweise auf die Musik. </em>Sie hörte Jimi Hendrix, Janis Joplin, spürte die Notwendigkeit, etwas ganz Neues zu machen, anders als alles, was vorher war. Gleichzeitig ließ sie nur João Gilberto gelten. Dank des Tropicalismo lernte sie neue Dinge kennen, die ihre Gedanken öffneten, die halfen, ihre musikalische Sichtweise zu weiten. Und doch glaubt sie nicht, dass der Tropicalimo die brasilianische Musik wirklich verändert habe. Er habe zwar mit Vorurteilen gebrochen, eine neue Sprache in die brasilianische Musik eingeführt, mit elektrisch modifiziertem Klang, habe große Komponisten des Nordostens wie Luiz Gonzaga und Jackson do Pandeiro aufgenommen. Und das sei auch gut so gewesen, dennoch: <em>Die große Revolution in der brasilianischen Musik machte João Gilberto. Er veränderte alles.</em> (&#8230;) <em>Klar gibt es neue Einflüsse, aber keinen wie João, nie. Nichts und niemand wird wie João für mich sein. Niemand hat oder wird diese Intensität und Kapazität zum Verändern haben. </em>(p.174-176)</p>
<h3>Maria Betânia</h3>
<p>ist die Unabhängige, die sich mit allen Stilen verbindet, die eine souveräne, höchst präsente  Bühnendarstellerin ist und doch vor allem sich selbst treu bleibt: <em>Der Bossa Nova ist die Wasserscheide. Der Tropicalismo kam danach, auf andere Art und Weise. Ich habe vom Bossa Nova alles aufgenommen, was ich konnte, mit höchster Liebe und Respekt und großer Bewunderung. Auch für den Tropicalismo. Aber wer bin ich? Ich bin nichts, bin frei. Ich bin, was ich zu der Stunde möchte. Es gefällt mir, die Bewegungen vorbeiziehen zu sehen: den Tropicalismo, den  Bossa Nova, das Yeah, Yeah, Yeah, die Avantgarde, Roberto Carlos, den Samba-Rock, den Samba-Reggae, mir gefällt, das alles zu sehen und hin und wieder manche dieser Sachen zu singen.</em></p>
<p>Der Bossa Nova war ihr schnell vertraut, aber doch nicht ihr Ideal. Sie wollte auch Bossa Nova singen, aber darin ihre eigene Linie finden, mit Musikern arbeiten, zwischen denen sie ihre Stimme in bester Weise einbringen konnte. Von der feinen Art des João Gilberto ist sie immer noch beeindruckt: <em>Ich glaube, dass João Gilberto in genialer Weise diese subtile, fast kalte Seite des Bossa Nova verwirklicht, ohne Gefühl in der Interpretation, und ich glaube, dass das ein Trick von ihm ist. Er ist das reine Gefühl, erregend</em>, <em>man ist betört von diesem Mann, aber zur gleichen Zeit ist es, als ob er es negiert, als ob er sagt &#8220;Ich bin nicht gefühlvoll&#8221; oder &#8220;Ich bin gefühlvoll und kann es nur so äußern&#8221;. Ich bin verrückt nach João und für mich ist er es, der bossanovaweise singen kann, der Rest sind mittelmäßige Nachahmer. </em>(p. 192, Gespräch mit Violeta in Rio im April 2005)</p>
<h3>Chico Buarque</h3>
<p>ist wiederum seinen ganz eigenen Weg gegangen. Die zweite Hälfte der 60er Jahre war die Zeit, als er seine ersten Platten aufnahm, als er Tom Jobim kennen gelernt hatte, als er am dichtesten am Bossa Nova dran war. Er beschreibt, dass der Bossa Nova seinen Glanz grad mehr im Ausland erlebte, dass in der Zusammenarbeit von Vinicius de Moraes und Baden Powell mehr Afro-Samba-Einflüsse in den Bossa Nova kamen, dass man sich wieder mehr auf traditionellen Samba der 30er und 40er Jahre besann, Namen wie Noel Rosa, Cartola, Nelson Cavaquinho wieder stärker auftauchten. <em>Ich war grad in dieser Bewegung, als ich Tom begegnete. Zu der Zeit ging alles sehr schnell, wir waren alle sehr jung. (&#8230;) In diesem Moment, als ich meine Zusammenarbeit mit Tom begann, tauchte der Tropicalismo auf, an einem anderen Ort: in São Paulo. Ich war in Rio de Janeiro, in einer anderen Stimmung. Wir waren unterschiedlich gestimmt. </em>(p. 228, Gespräch mit Violeta in Rio im September 2005)</p>
<p>Auch bei Chico Buarque hat, wie offensichtlich bei vielen seiner Generation, das erste Hören von<a href="http://www.youtube.com/watch?v=f-8UjONoaI4&amp;feature=related"><em> Chega de Saudade</em></a> im Jahr 1958 eine deutliche Markierung gesetzt. <em>Ich habe die visuelle Erinnerung daran, das zum ersten mal gehört zu haben und total erschlagen gewesen zu sein. Ich erinnere mich, meinen Vater gebeten zu haben, dass er die Platte kauft, und dann, einen ganzen Nachmittag damit verbracht zu haben, sie zu hören, ich weiss nicht, wie oft hintereinander. Nur dieses Stück. &#8230;Ich habe erst angefangen, Gitarre zu spielen, als ich diese Aufnahme von João Gilberto hörte. &#8230;Das war es, ohne Zweifel, was mein Leben als Komponist bestimmte. Wenn diese Platte nicht gewesen wäre, in diesem Moment, wäre ich bestimmt nicht Komponist geworden</em>, <em>sondern etwas anderes. Ich dachte dran, zu schreiben, vielleicht wäre ich Journalist oder Architekt geworden. </em>(p. 227)</p>
<h3>Gespräche mit Musikern (Schluss)</h3>
<p>So weit mal die Auszüge aus Violeta Weinschelbaum: Estação Brasil. Conversas com Músicos Brasileiros, São Paulo 2006. In der Interviewsammlung der argentinischen Journalistin gibt es noch mehr zu entdecken. Z.B. das Gespräch mit <em>Adriana Calcanhotto</em>, der Musikerin aus Porto Alegre, die die Einflüsse aus Bahia aufgenommen hat und in Rio lebt, reine Stimme, reine Gitarre, zeitgenössisch ohne überflüssige Verzierungen. Oder mit dem Exzentriker <em>Ney Matogrosso</em>, Shows mit freiem Oberkörper, aufwändiger Schminke und Federn. Rita Lee: &#8220;Unser David Bowie&#8221;. Erfolgreich u.a. Anfang der 70er mit der Gruppe &#8220;Secos e Molhados&#8221; (Die Trockenen und die Feuchten). Oder das Gespräch mit <em>Milton Nascimento</em>, weltweit bekannt, auch durch die Zusammenarbeit mit den nordamerikanischen Größen des Jazz.</p>
<p>Gut, ich werde das Buch dem <a href="http://www.iai.spk-berlin.de/">Ibero-Amerikanischen Institut</a> in Berlin zurückgeben, übrigens die größte Sammlung lateinamerikanischer Literatur in Europa. Will man Bücher aus Brasilien beziehen, kann man in Frankfurt bei <a href="http://www.tfmonline.de/">TFM</a> fragen.</p>
<p>(Alle Zitate, selbst übersetzt, aus: Violeta Weinschelbaum, <em>Estação Brasil: Conversas com músicos brasileiros, </em>Rio de Janeiro 2006)</p>


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