Sonntag in Itapuã

8. September 2012

Eine alte Badehose,
ein Tag, um rumzuhängen,
ein Meer, das keine Grenzen hat,
am Himmel ein Regenbogen.

Zu den folgenden Notizen hört man vorzugsweise Tarde em Itapuã (hier von Maria Bethânia). Fünfzig Jahre ist es her, dass Vinicius de Moraes den Tag entspannt angehen ließ, mit der Musik von Toquinho wurden die Impressionen zum Klassiker. Zum Genießen auch die Version mit Toquinho und Gilberto Gil.

Der Ort hat sich, wie sollte es sein, verändert. Nicht mehr das in den Küstenregenwald gestreute Fischerdorf. Trotzdem, wir saßen gestern abend im Restaurant Picuí, man trifft sich zum Saturday-Nightout, unter uns der Praça Dorival Caymmi.

Danach, am Praça Caymmi,
die Faulheit des Körpers spüren,
und auf einer Weidenmatte
ein Cocoswasser trinken.

Sonntag vormittag, ein grenzenloses Meer, die Skyline von Salvador, warme Wintersonne, türkisgrüne Boote im türkisen Wasser.

An die Mauer des Leuchtturms hat jemand gesprüht: Schuld an so viel Schönheit ist die Natur selbst. Zwischen Stuttgart und Itapuã liegen nur Stunden. An der Rückseite der Schönheit stoßen wir uns, weil wir andere Hässlichkeiten gewöhnt sind, an der Armut, weil wir unsere nicht wahrnehmen, am Dreck, weil wir anderen kennen.

Refrain:
Es ist gut, einen Nachmittag in Itapuã zu verbringen,
in der brennenden Sonne von Itapuã,
das Meer von Itapuã zu hören,
in Itapuã über die Liebe zu sprechen…

Die Frage, wo wir lieber sind, ist uninteressant. Es ist gut, hier zu sein. Es wird wieder gut sein, anderswo zu sein. (Hier noch einmal Toquinho, einen Hauch schneller und mit weiteren Bildern.)

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