Rosa Passos – fliessend brasilianisch

15. Oktober 2011

Eine echte Baiana, eine Frau aus Salvador, dort 1952 geboren, saß als Kind schon am Klavier und durfte mit 15 auch im Fernsehen spielen. Mit 20 gewann sie ihren ersten größeren Festivalpreis. Brasilianisches Urgestein wie Dorival Caymmi, Jaõ Gilberto und der Film Orfeo Negro von 1959 gaben ihr die weitere Orientierung: sie wechselte zu Gitarre und Gesang. Samba und Bossa Nova fließen organisch dahin. Es ist diese Kunst, einfach nur Samba und Bossa Nova zu singen und zu spielen, ohne spektakuläre Höhen und Tiefen, und die magische Wirkung dieser Musik zur Geltung zu bringen. Weibliches Gegenstück zu Jaõ Gilberto wird sie genannt. Nicht nötig, sie entfaltet die Wirkung auf ihre Art.

Ein Blick auf ihre Seite, Rubrik Discografia zeigt, dass sie in den vergangenen 20 Jahren mindestens im Zweijahresrhythmus spannende Neuigkeiten als CD zu bieten hatte. Dabei gelingt ihr immer wieder, ihrem Stil treu bleibend, der echte musikalische Dialog mit interessantesten Partnern aus verschiedenen Richtungen: Die auf der Bühne eher extrovertiert agierende Ivete Sangalo singt mit ihr in Dunas einen gar herzliches Duett. Ron Carter ergibt sich dem Insensatez (auf der CD Entre Amigos) eben wie ein alter Freund. Yo-Yo Ma schließlich löst sich von Bach und Saint-Saëns, um ihr seine Cello-Linien für Chega de Saudade zu leihen.

(von: música-brasileira.com)

(von: música-brasileira.com)

In einigen Monaten wird Rosa ihren sechzigsten Geburtstag feiern und sie wirkt, als habe sie sich erst richtig warmgelaufen, um der Welt mehr von der Alma Brasileira und ihrer Musik zu zeigen.

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