Instrumentenkauf, Conga

21. April 2009

Ein paar Sätze zur Geschichte. Die Vorläufer der Conga kamen mit den Afrikanern nach Amerika. Die in den brasilianischen Riten des Candomblé heute noch verwendete Atabaque weist, vom Namen her, auf arabische Herkunft hin. Sie ist der Conga ähnlich, hat aber, wie die Djembe, eine Ziegenfellbespannung und damit einen mehr in die Weite fliegenden Ton, gegenüber dem stabilen Ton des rinderfellbespannten Instruments. Wichtige Impulse für die Eingliederung der Conga in die Musik des 20.Jahrhunderts gingen von Cuba aus, dort entstand auch die aktuelle Bauweise mit der Schraubmechanik.

Handgefertigte Congas

Fangen wir mal mit der brasilianischen Firma Raul an. Vor allem für die an Brasilien orientierten Percussionisten waren Raul, und dann der Nachfolger Bauer, lange Zeit die erste Adresse. Sehr gute Instrumente zu einem konkurrenzfähigen Preis. In letzter Zeit soll es jedoch mehrmals Materialfehler gegeben haben und der Lieferant Kalango hat diese Trommeln aus dem Sortiment genommen. Aber was tun? Kürzlich hörte ich von zwei kleineren Werkstätten in Niedersachsen, die gute Instrumente bauen sollen. Das sind Reiche-Trommelbau zwischen Hannover und Braunschweig und Munz und Simonsen in Uelzen. Handgearbeitete Instrumente sind natürlich meist das Beste überhaupt. Ein Tipp aus der Szene brachte mich in den 80ern auf eine kleine Werkstatt bei Frankfurt. Die Congas hatten ihren Preis, aber ich spiele sie nach über 20 Jahren noch gern und brauchte noch kein Schräubchen zu ersetzen. (Vielleicht weiss noch jemand den Namen des Herstellers, sie hatten das Zeichen „Oak“ aufgeprägt.) Gern denke ich auch noch an den charmanten Klang der fünf in Brasilien handgefertigten Congas, die Dudu Tucci 1982 mit nach Berlin brachte, im Rahmen des Jazz-Festes in der Philharmonie damit spielte und sie noch einige weitere Jahre benutzte. Aber genug geschwärmt. Zu den industriell gefertigten Congas.

GonBops und Co.

Es ist schon einige Jahre her, da leuchteten vielen Percussionisten die Augen, wenn sie den Namen GonBops hörten. Die californische Firma baute wirklich nette Dinger, stellte in den 90ern dann allerdings den Betrieb ein. Der Meister soll unter dem Label Timba in einer kleineren Werkstatt weiter gute Trommeln bauen, leider nur aus Amerika zu beziehen. Beim Namen der deutschen Firmen, z.B. Meinl, rümpften die Percussionisten zu der Zeit die Nasen. Gute Congas hatten bei uns allgemein noch nicht den Stellenwert und Meinl produzierte v.a. in der unteren Preiskategorie. Inzwischen bauen sie auch teure und gute Congas. Wenn ich von Preiskategorien spreche ist es hier einfacher zu überblicken als bei vielen anderen Musikinstrumenten. Die mir bekannten Congas kosten zwischen 65 und 650 Euro. Den Strich zwischen unten, mittel und oben kann jeder selbst ziehen und es ist auch hier so, dass der Preis nicht immer im direkten Verhältnis zur Qualität steht. Vor allem, wenn es um Klang geht, lässt sich über Geschmack streiten. Viele Bühnen- und  Studiomusiker spielen nach wie vor gern auf LatinPercussion (LP) aus den USA. Sie haben ihr Sortiment inzwischen auch auf die unteren Kategorien ausgedehnt und fertigen nach wie vor aus Holz und aus Fiberglas.

Material und Qualität

Im Normalfall wird für den Klangkörper Holz verwendet. Manche Trommelbauer schwören auf Eiche, manche auf Mahagoni, auf Ulme oder noch andere Hölzer. Einige Firmen haben, besonders in der unteren und mittleren Kategorie, ihre Produktion in Ostasien eingerichtet und verwenden z.B. außer Thai Oak auch Gummibaum. Auch der Name GonBops taucht da wieder neu auf. Meist werden in Asien Wasserbüffelfelle verwendet und dazu habe ich von Musikern unterschiedliche Stellungnahmen gehört. Ich bin auf weitere Äusserungen gespannt. Auf jeden Fall ist es erstaunlich, für wie wenig Geld eine Conga gebaut, transportiert und verkauft werden kann. Die Eigenmarke der Firma Thomann, Millenium, gibt es schon als Paar, mit Ständern, für 130 Euro, legt man noch 50 Euro drauf bekommt man zwei Stück von der Marke Schalloch. Für den Einsteiger zum ausprobieren, warum nicht? Vor allem, wenn zwei Gleichgesinnte sich das Angebot teilen, man braucht ja erst mal nur eine.

So, jetzt warte ich auf ein reges Eintreffen von Kommentaren!

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