Girl from Ipanema

18. April 2009

Das erwähnte Beispiel lohnt, noch einmal hinzuschauen. Ein Wesenszug der brasilianischen Kultur wird deutlich! Weltweit bekannt wurde das Stück erst Anfang der 60er durch die nordamerikanische Einspielung von Stan Getz, mit (englischem) Gesang von Astrud Gilberto, der Frau von Jobims Lieblingsinterpreten Jão Gilberto. Man kann nachempfinden, dass Brasilianer in der englischen Übersetzung eine Verflachung sehen, sie als ein schales Gemisch aus Erotik und Exotik empfinden:

Tall and tan and young and lovly
The girl from Ipanema goes walking
And when she passes, each one she passes goes „Ah!“
When she walkes, it’s like a Samba
That swings so cool and sways so gently
That when she passes, each one she passes goes „Ah!“

So weit die ersten Zeilen, in etwa so zu interpretieren:
Groß und gebräunt und jung und hübsch
geht das Mädchen von Ipanema spazieren,
und wenn sie vorbeigeht, macht jeder, an dem sie vorbeigeht „Ah!“
Wenn sie geht, ist das wie ein Samba,
so cool schwingend und sich so sanft wiegend,
dass, wenn sie vorbeigeht, jeder an dem sie vorbeigeht „Ah!“ macht.

Dazu die Origianlfassung:

Olha que coisa mais linda,
mais cheia de graça
É ela menina que vem que passa
num doce balanço caminho do mar.
Moça do corpo dourado do sol de Ipanema,
O seu balançado é mais que uma poema,
É a coisa mais linda que eu ja vi passar.

In etwa so:
Schau, was für ein schöner Anblick,
so voller Anmut,
ist dieses Mädchen, die dort wiegenden Schrittes
auf ihrem Weg zum Meer vorübergeht.
Mädchen, deren Körper die Sonne von Ipanema vergoldet hat,
ihr Gang ist vollendeter als ein Gedicht,
sie ist das Schönste, was ich je vorbeigehen sah!

Es wird vielleicht anhand der wenigen Zeilen deutlich, dass eine andere Philosophie, ein anderes Lebensgefühl dahintersteht!


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