Brasilien – ein Stück von der nicht extrovertierten Seite

8. Juni 2014

Fussball im Stadion, Samba auf der Strasse. Brasilianer sind genau so traurige und fröhliche Menschen wie wir alle. Samba und Fussball können kurzfristig ablenken. Sich ernsten Dingen zu stellen liegt nicht jedem. Die Kunst kann vermitteln. Wenn sie es ernst meint. Für die vielen brasilianischen Künstler, die es ernst meinen, sei stellvertretend genannt

Dorival Caymmi

geboren 1914. Er stand fest auf dem Boden, schuf äußerst heitere Lieder, kannte die Menschen, und ließ die andere Seite nicht aus. Zu seinem Lied

O Cantador

hier der Originaltext, mit Video, so wie es Elis Regina sang und damit 1967 zur besten Sängerin der Musica Popular gewählt wurde. Dazu hier die (eigene) Übersetzung:

Es wird Morgen, ich muss gehen
Mein Weg ist ohne Wiederkehr und ohne irgend jemanden
Ich gehe, wohin mich die Straße führt
Sänger, ich kann nur singen
Ich singe den Schmerz, singe das Leben und den Tod, singe die Liebe
Ah! Ich singe den Schmerz, singe das Leben und den Tod, singe die Liebe.

Sänger, wähle deinen Gesang nicht aus
Singe die Welt, die du siehst
Und wegen der Welt, wie ich sie sah, ist mein Lied Schmerz
Aber es ist stark um den Tod zu vertreiben
Auf dass alle meine Stimme hören
Auch in der Ferne.

Wofür sind mein Lied und ich da
Wenn es in meiner Brust eine Liebe gibt, die nicht gestorben ist
Ah! Wenn ich wenigstens weinen könnte
Sänger, ich kann nur singen
Ich singe den Schmerz eines Lebens, das verloren wäre ohne Liebe
Ah! Ich singe den Schmerz eines Lebens, das verloren wäre ohne Liebe.

Wer es so nicht aushält kann die wesentlich süßere, auch brasilianische, Version von Sergio Mendes wählen (von 1966), mit englischem Text.

{ 0 comments… add one now }

Kommentieren